Ein freies Wochenende, eine Gegend mit Kurven und die Frage, wie die Strecke vom Bildschirm auf den Lenker kommt. Kurviger, calimoto, Scenic und MyRoute-app planen kurvige Routen, Garmin und TomTom bauen das in ihre Navis ein. Der Unterschied liegt darin, was kostenlos bleibt und was erst mit Abo geht.
Alle Angaben laut Anbieterseiten und deutschem App Store, Stand 13.10.2026. Getestet habe ich keine der Apps, mein Motorradführerschein ist für 2027 geplant. Wie ich prüfe, steht unter Methodik.
Planen ist kostenlos, Navigation mit Offline-Karten kostet 29,99 bis 59,99 € im Jahr
Kurviger und calimoto planen kurvige Routen schon ohne Abo, bei MyRoute-app steht die kurvenreiche Route ab Silver, bei Scenic trennt die Premium-Seite nicht nach Stufen. Sprachgeführte Navigation und Offline-Karten liegen bei Kurviger, calimoto und MyRoute-app im Bezahlteil. Für den Jahrespreis heißt das laut Anbieter:
| App | Ohne Abo laut Anbieter | Navigation und Offline-Karten | Preis laut Anbieter |
|---|---|---|---|
| Kurviger | kurvige Routenplanung, Rundtouren bis 300 km | nur Tourer+ | Tourer 14,99 € / Jahr, Tourer+ 29,99 € / Jahr oder 6,99 € / Monat |
| calimoto | Tourenplanung mit Kurvenalgorithmus, Import GPX, KML, ITN | nur Premium | 59,99 € / Jahr, 9,99 € / Woche (nur in der App), Saisonpass 39,99 € einmalig für 3 Monate |
| Scenic | kostenloses Standardangebot, Umfang auf der Seite nicht getrennt | Teil von Premium | 59,90 € / Jahr, 29,90 € / Quartal, 14,90 € / Monat (App Store) |
| MyRoute-app | Basic: Routen erstellen, hoch- und herunterladen, bis 25 gespeichert | nur MRA Navigation Next | ab 4,95 € / Monat oder 79 € Lifetime; kurvenreiche Route ab Silver (ab 3,95 € / Monat) |
| Garmin Tread, Explore | App kostenlos, Planung für Garmin-Geräte | Navigation auf dem Navi | App gratis; Navi separat |
| TomTom | Motorrad-App GO Ride seit 15.09.2024 eingestellt | Navigation auf dem Rider-Navi | – |
Testphasen laut Anbieter: Kurviger 7 Tage, calimoto 14 Tage beim Jahresabo, Scenic ohne Dauerangabe.
Kurvig planen alle, die Unterschiede liegen bei Export, Karten und Gerät
- Kurviger (KURVIGER GmbH, Wernau): Kurvigkeit einstellbar, Autobahnen und Mautstraßen ausschließbar; Sperrungen und Schotterstraßen zeigt Kurviger laut Dokumentation ab Tourer an. Routen gehen laut App Store als .gpx, .itn und .kml hinaus. Navigation auch über Apple CarPlay, Planung auch auf der Webseite.
- calimoto (calimoto GmbH, Potsdam): Planung in App und Web, gesperrte Straßen mit Daten von TomTom und OpenStreetMap auch ohne Abo. Export als GPX, KML oder ITN, Android Auto und CarPlay, Fahrtaufzeichnung und Gruppenfahrten gibt es nur mit Premium.
- Scenic (Applified Life Ltd.): kurvige Routen und Rundtouren per Generator, Import aus GPX, KML und Google-Maps-Links, Export als GPX, Offline-Karten, CarPlay und Android Auto.
- MyRoute-app (MyRouteApp B.V., Niederlande): Schwerpunkt ist der Routenplaner im Browser mit Karten von TomTom, HERE und Google ab Gold (ab 6,95 € im Monat oder 99 € Lifetime). Gespeichert wird laut Funktionsvergleich unter anderem als GPX 1.1, ITN, TRF und KML.
- Garmin: Der zūmo XT3 rechnet mit „Garmin Adventurous Routing“ kurvige Strecken selbst und ist laut Garmin mit der Tread-App kompatibel, „um Routen zu planen und Daten zu verwalten“. Tread importiert und exportiert laut App Store GPX-Dateien. Beim zūmo XT nennt Garmin dafür die App Explore. Geräte unter Motorrad-Navi.
- TomTom: Laut TomTom-Hilfeseite endete die App GO Ride am 15.09.2024; den Ersatz AmiGO nannte TomTom selbst „not built for motorcycles“. Im App Store steht am 13.10.2026 die App „TomTom – Karten & Navigation“, ohne Motorrad in der Beschreibung. Das Navi Rider 550 plant kurvige und bergige Strecken in drei Stufen.
Am Lenker gilt § 23 StVO: nicht in die Hand nehmen, nur kurz hinschauen
Handy und Navi sind beim Fahren nur erlaubt, wenn sie nicht aufgenommen oder gehalten werden und Sprachsteuerung oder eine kurze Blickzuwendung genügt. Navigationsgeräte nennt die Vorschrift ausdrücklich.
Handy, Navi und Headset beim Fahren · geprüft am 13.10.2026
- Sicht und Gehör — Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass Sicht und Gehör nicht durch Besetzung, Tiere, Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden. gesetze-im-internet.de
- nicht in der Hand — Ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient, darf nur benutzt werden, wenn es dafür weder aufgenommen noch gehalten wird und entweder nur Sprachsteuerung und Vorlesefunktion genutzt werden oder nur eine kurze, den Verhältnissen angepasste Blickzuwendung nötig ist. gesetze-im-internet.de
- auch Navigationsgeräte — Dazu zählen auch Geräte der Unterhaltungselektronik und zur Ortsbestimmung, insbesondere Mobiltelefone, Navigationsgeräte und Audiorekorder. gesetze-im-internet.de
- Ausnahme: Motor aus — Die Einschränkungen gelten nicht für ein stehendes Fahrzeug, bei Kraftfahrzeugen nur bei vollständig ausgeschaltetem Motor; eine automatische Start-Stopp-Abschaltung zählt nicht. gesetze-im-internet.de
- keine ausdrückliche Regel — Headsets, Intercoms und Gehörschutz nennt § 23 StVO nicht ausdrücklich; eine Dezibel-Grenze steht dort nicht. gesetze-im-internet.de
- Blitzerwarner verboten, auch als App-Funktion — Wer ein Fahrzeug führt, darf kein technisches Gerät betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dazu bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören, etwa Radarwarn- oder Laserstörgeräte. Bei Geräten mit anderen Hauptfunktionen, etwa Navis oder Smartphone-Apps, dürfen die entsprechenden Funktionen nicht verwendet werden. gesetze-im-internet.de
Also: Route vor der Fahrt fertig machen, Ansagen über ein Intercom. Wo das Handy sitzt, entscheidet die Handyhalterung; Strom für lange Tage kommt aus einer USB-Steckdose.
Calimoto, Scenic und MyRoute-app werben mit Blitzerwarnungen. § 23 Abs. 1c StVO verbietet, Geräte zur Anzeige von Verkehrsüberwachungsmaßnahmen zu betreiben, und bei Geräten mit anderen Hauptfunktionen die entsprechende Funktion zu verwenden (Wortlaut geprüft am 13.10.2026). Diese Funktion bleibt in Deutschland also aus.
Die Fallstricke
- Export hinter dem Abo. Bei calimoto ist der Import von GPX, KML und ITN kostenlos, der Export laut Preisseite nur mit Premium.
- Kein Netz, keine Karte. Offline-Karten gibt es bei Kurviger, calimoto und MyRoute-app nur im Bezahlteil. Wer ohne Abo in einem Tal ohne Empfang steht, sieht keine Karte.
- Abo statt Saison. Ein Jahresabo verlängert sich bei Scenic laut App Store automatisch, wenn es nicht 24 Stunden vor Ablauf beendet wird. Für einen Urlaub nennt calimoto den Saisonpass als Einmalzahlung.
- Pässe mit Sperren. calimoto zeigt gesperrte Straßen schon ohne Abo, Kurviger ab Tourer, MyRoute-app führt saisonale Schließungen der HERE-Karte. Öffnungsdaten von Pässen habe ich nicht ausgewertet; sie stehen bei der zuständigen Straßenverwaltung.
Was praktisch hilft
- Erst das Gerät, dann die App. Wer ein Navi fährt, plant in der Hersteller-App oder prüft im Handbuch, welche Datei es annimmt.
- Kostenlos planen, Abo erst zur Reise. Bei Kurviger und calimoto gehen Planung und Import ohne Abo; Navigation lässt sich bei calimoto als Saisonpass oder Woche, bei Kurviger und Scenic monatlich buchen.
- Gepäck nach der Route. Für die Tagestour reicht ein Tankrucksack mit Sichtfenster, für mehrere Tage Satteltaschen oder eine Gepäckrolle; alles Weitere unter Motorradgepäck.
Was ich noch nicht weiß
- Android-Preise. Ausgewertet habe ich Apples deutschen App Store und die Anbieterseiten, nicht Google Play. Für Android zählt der Preis dort.
- Jahrespreis bei MyRoute-app. Der Shop zeigt „ab 4,95 € pro Monat“ und Lifetime-Preise, den Jahresbetrag erst nach Anmeldung. Er wäre der direkte Vergleich zu den anderen Abos.
- Scenic ohne Abo. Die Premium-Seite listet alle Funktionen, trennt aber nicht, was kostenlos bleibt. Das müsste auf scenic.app stehen und entscheidet, ob die Planung ohne Abo reicht.
Häufige Fragen
Welche App ist die beste für Motorradtouren?
Eine Bestenliste gibt es hier nicht, getestet habe ich keine der Apps. Laut Anbietern planen Kurviger, calimoto, Scenic und MyRoute-app kurvige Routen. Die Unterschiede liegen im Preis und darin, was ohne Abo geht: Kurviger verlangt für Navigation und Offline-Karten 29,99 € im Jahr (Tourer+), calimoto 59,99 € im Jahr oder 39,99 € als Saisonpass, Scenic 59,90 € im Jahr. MyRoute-app ist vor allem ein Routenplaner im Browser, Navigation kostet dort ab 4,95 € im Monat oder 79 € einmalig. Wer ein Garmin-Navi hat, plant mit der kostenlosen Tread-App. Stand 13.10.2026.
Was kostet calimoto Premium?
Laut Preisseite von calimoto (Stand 13.10.2026) kostet die jährliche Mitgliedschaft 59,99 € mit 14 Tagen kostenlosem Test. Wöchentlich sind es 9,99 €, buchbar nur in der App. Für drei Monate gibt es den Saisonpass für 39,99 € als Einmalzahlung. Im App Store steht zusätzlich Premium Familie für 99,99 € im Jahr. Kostenlos bleiben laut calimoto die Tourenplanung mit Kurvenalgorithmus, der Import von GPX, KML und ITN sowie die Anzeige gesperrter Straßen. Offline-Karten, Sprachnavigation, Export, CarPlay und Android Auto gehören zu Premium. Einzelne Länderkarten verkauft calimoto laut eigener Angabe nicht.
Ist Kurviger kostenlos?
Die Routenplanung ja. Kurviger plant ohne Abo kurvige Routen und Rundtouren bis 300 km, in der App und auf kurviger.com. Navigation mit Sprachansagen, Offline-Karten und Touraufzeichnung gibt es laut Kurviger-Dokumentation nur mit Tourer+. Das kostet laut Preisseite 29,99 € im Jahr, im App Store auch 6,99 € im Monat. Die Stufe Tourer für 14,99 € im Jahr oder 3,49 € im Monat erweitert die Planung, etwa Rundtouren bis 600 km, enthält aber keine Navigation. Die Testphase dauert 7 Tage, mit hinterlegtem Zahlungsmittel. Routen lassen sich als .gpx, .itn und .kml übertragen. Stand 13.10.2026.
Wie bekomme ich eine Motorradroute auf das Navi?
Über eine Datei. Kurviger überträgt Routen laut App Store als .gpx, .itn und .kml, calimoto exportiert mit Premium als GPX, KML oder ITN, Scenic als GPX, MyRoute-app unter anderem als GPX 1.1, ITN, TRF und KML. Kurviger exportiert laut Dokumentation auch GPX mit Garmin-spezifischen Angaben. Bei Garmin geht es auch ohne Umweg: Der zūmo XT3 ist laut Garmin mit der Tread-App kompatibel, die Routen plant und GPX-Dateien importiert und exportiert. Welche Datei ein bestimmtes Navi annimmt, steht in dessen Handbuch.
Darf man das Handy als Navi auf dem Motorrad benutzen?
Ja, wenn es dafür nicht in die Hand genommen wird. § 23 Abs. 1a StVO erlaubt ein elektronisches Gerät beim Fahren nur, wenn es weder aufgenommen noch gehalten wird und entweder nur Sprachsteuerung und Vorlesefunktion genutzt werden oder nur eine kurze, den Verhältnissen angepasste Blickzuwendung nötig ist. Navigationsgeräte und Mobiltelefone nennt die Vorschrift ausdrücklich. Ausgenommen ist nur das stehende Fahrzeug mit vollständig ausgeschaltetem Motor. Das Handy sitzt also fest in einer Halterung, die Route ist vor der Abfahrt geplant. Blitzerwarnungen in Apps dürfen nach § 23 Abs. 1c StVO nicht verwendet werden.
Weiterlesen
- Motorrad-Navi – Garmin, TomTom, CarPlay-Displays
- Handyhalterung Motorrad – Befestigung und Dämpfer
- Sena-Headset – Navigationsansagen in den Helm
- Tankrucksack – mit Sichtfenster fürs Handy
- Satteltaschen – für mehrere Tage
- Motorradgepäck – alle Gepäckseiten im Überblick
- Motorradzelt — Packmaß und Wassersäule
- Honda CB500 Hornet — Reichweite aus Tank und Verbrauch