Schutzklassen bei Motorradbekleidung: Was AAA, AA, A, B und C, Protektoren-Level und das CE-Zeichen laut Norm bedeuten

In der Produktbeschreibung der einen Motorradjacke steht „Klasse AA“, bei der anderen „Klasse A“, beide tragen ein CE-Zeichen. Was die Buchstaben bedeuten, regelt die Norm EN 17092. Ob in der Jacke Protektoren stecken und wie stark sie dämpfen müssen, steht in einer zweiten Norm, EN 1621.

Die Kernzahl: Fünf Klassen, und nur AAA, AA und A verlangen Protektoren

EN 17092 gilt für Jacken, Hosen sowie Ein- und Zweiteiler auf der Straße. Die deutsche Ausgabe DIN EN 17092-1 bis -6 erschien im Mai 2020; sie ersetzt die Normreihe EN 13595 von 2002 und führt erstmals Schutzklassen ein. Teil 1 legt die Prüfverfahren fest, die Teile 2 bis 6 je eine Klasse:

  • AAA, AA und A stellen Anforderungen an Abrieb und Aufprall, AAA die höchsten, A die geringsten. Die Norm nennt Klasse A das notwendige Mindestmaß.
  • Protektoren: Bei AAA und AA sind laut der Prüfstelle SATRA Ellbogen-, Schulter-, Knie- und Hüftprotektoren Pflicht, bei A ist die Hüfte optional.
  • B hat die Abriebanforderungen der Klasse A, aber keine Aufprallprotektoren; die Norm empfiehlt dazu Protektoren nach EN 1621-1.
  • C ist eine Trägerkleidung ohne Außenhülle, die nur Protektoren in Position hält, gedacht als Ergänzung zu AAA bis B.

EN 17092 – Motorradschutzkleidung (Klassen AAA bis C) · geprüft am 11.10.2026

KlasseSchutzumfang laut NormAufprallprotektoren nötigQuelle
AAA (EN 17092-2)Schutz vor Aufprall und Abrieb mit den höchsten Anforderungen der Reihe; mögliche Nachteile bei Ergonomie, Gewicht und Wärme; Beispiel: Ein- oder Zweiteilerja: Ellbogen, Schulter, Knie und Hüftesatra.com
AA (EN 17092-3)Schutz vor Aufprall und Abrieb; Anforderungen höher als A, niedriger als AAA; für die größte Vielfalt an Fahraktivitätenja: Ellbogen, Schulter, Knie und Hüftesatra.com
A (EN 17092-4)notwendiges Mindestmaß an Schutz vor Aufprall und Abrieb; geringste Nachteile bei Ergonomie und Gewichtja: Ellbogen, Schulter, Knie; Hüfte optionalsatra.com
B (EN 17092-5)Abriebschutz wie Klasse A, ohne Aufprallprotektorennein (Norm empfiehlt zusätzliche Protektoren nach EN 1621-1)normy.normoff.gov.sk
C (EN 17092-6)Trägerkleidung ohne Außenhülle für Protektoren, als Unter- oder Oberbekleidung; kein vollständiger Abriebschutz, nur ergänzend zu AAA, AA, A oder BKleidung hält selbst nur Protektoren; Schutz nur im Bereich der Protektorennormy.normoff.gov.sk

Schutzumfang nach der Einleitung von EN 17092-5:2020 (Originaltext in der STN-Vorschau des slowakischen Normungsamts); Protektorpflicht für AAA, AA und A nach Angabe der notifizierten Prüfstelle SATRA (www.satra.com/ppe/EN17092.php). Die Protektoren müssen der jeweils passenden Norm EN 1621 entsprechen. Stand der Normen: Ausgabe 2020, geprüft am 11.10.2026.

  • EN 17092-1 bis -6:2020 (DIN 2020-05) — Die Normreihe EN 17092 für Motorradfahrerschutzkleidung (Jacken, Hosen, Ein- und Zweiteiler) besteht aus sechs Teilen: Teil 1 legt die Prüfverfahren fest, die Teile 2 bis 6 die Anforderungen der Klassen AAA, AA, A, B und C. Die deutsche Ausgabe DIN EN 17092-1 bis -6 erschien im Mai 2020. dinmedia.de
  • ersetzt EN 13595-1 bis -4:2002 — EN 17092 ersetzt die frühere Normreihe EN 13595-1 bis -4 aus dem Jahr 2002 und führt erstmals eine Einteilung in Schutzklassen ein. dinmedia.de
  • EN 13595 zurückzuziehen bis Februar 2023 — Laut europäischem Vorwort war die Norm bis August 2020 national zu übernehmen; entgegenstehende nationale Normen (also EN 13595) waren spätestens bis Februar 2023 zurückzuziehen. normy.normoff.gov.sk
  • Geltungsbereich: Straßenfahrt — EN 17092 gilt für Schutzkleidung bei der Benutzung von Motorrädern auf der Straße. normy.normoff.gov.sk
  • AAA > AA > A (Abrieb und Aufprall) — Klasse AAA, AA und A bieten laut Norm Schutz vor Aufprall und Abrieb, wobei AAA die höchsten und A die geringsten Anforderungen an Material und Konstruktion stellt; Klasse A gilt als notwendiges Mindestmaß an Schutz vor Aufprall und Abrieb. normy.normoff.gov.sk
  • Protektoren Pflicht: AAA/AA alle vier, A ohne Hüfte — In Kleidung der Klassen AAA und AA sind Ellbogen-, Schulter-, Knie- und Hüftprotektoren Pflicht; in Klasse A sind Hüftprotektoren optional (Angabe der Prüfstelle SATRA). satra.com
  • Klasse B: Abriebschutz ohne Protektoren — Klasse B bietet den Abriebschutz der Klasse A, enthält aber keine Aufprallprotektoren; die Norm empfiehlt, dazu mindestens Schulter- und Ellbogenprotektoren (Jacke) bzw. Knieprotektoren (Hose) nach EN 1621-1 zu tragen. normy.normoff.gov.sk
  • Klasse C: nur Protektorenträger — Klasse C ist eine Trägerkleidung ohne Außenhülle, die nur Protektoren in Position hält (als Unter- oder Oberbekleidung); sie bietet keinen vollständigen Mindest-Abriebschutz und ist nur zur Ergänzung von Kleidung der Klassen AAA, AA, A oder B gedacht. normy.normoff.gov.sk
  • 3 Risikozonen — Die Anforderungen beruhen auf drei Risikozonen der Kleidung: Zone 1 mit hohem Risiko (Aufprall, Abrieb, Reißen), Zone 2 mit mittlerem und Zone 3 mit geringem Risiko. normy.normoff.gov.sk
  • kein Loch ≥ 5 mm — Beim Stoßabriebtest dürfen in der körpernächsten Lage keine Löcher mit einer Öffnung von 5 mm oder mehr entstehen (Angabe der Prüfstelle SATRA). satra.com
  • harmonisiert: EN 17092-2 bis -6:2020 — EN 17092-2 bis -6:2020 sind als harmonisierte Normen zur PSA-Verordnung im EU-Amtsblatt gelistet (Anhang I des Durchführungsbeschlusses (EU) 2023/941, Nr. 170 bis 174); Teil 1 (Prüfverfahren) ist nicht eigens gelistet. eur-lex.europa.eu
  • gelistet seit Beschluss (EU) 2021/395 — Erstmals in die Liste der harmonisierten Normen aufgenommen wurden EN 17092-2 bis -6:2020 mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2021/395 vom 4. März 2021. eur-lex.europa.eu
  • Überarbeitung begonnen 10.08.2026 — Beim DIN laufen seit dem 10. August 2026 Projekte zur Überarbeitung von EN 17092 Teil 1 bis 5; die Ausgaben von 2020 bleiben bis zu einer Neuausgabe gültig. din.de

Die Anforderungen verteilen sich auf drei Risikozonen der Kleidung. Beim Stoßabriebtest darf in der körpernächsten Lage kein Loch von 5 mm oder mehr entstehen (SATRA). Über Wasserdichtheit oder Belüftung sagt die Klasse nichts. Seit dem 10.08.2026 laufen beim DIN Projekte zur Überarbeitung; die Ausgaben von 2020 gelten bis zu einer Neuausgabe.

Protektoren Level 1 und Level 2: Gemessen wird die durchgelassene Kraft

EN 1621 prüft, wie viel Kraft bei einem Aufprall durch den Protektor hindurchgeht; je kleiner der Wert, desto strenger die Stufe. Für Gelenkprotektoren nach EN 1621-1 nennt SATRA als Bestehensgrenze, also Level 1, eine mittlere Restkraft unter 35 kN, kein Einzelwert über 50 kN. Für Rückenprotektoren nach EN 1621-2 sind es unter 18 kN im Mittel und höchstens 24 kN im Einzelwert.

Die Level-2-Werte stammen nicht aus einer Normungsstelle, sondern aus Herstellerunterlagen. Für Gelenke nennen Dainese und POC (mit einer Prüftabelle der notifizierten Stelle Ricotest) höchstens 20 kN im Mittel, für den Rücken O’Neal (Ricotest) und Dainese höchstens 9 kN im Mittel und 12 kN im Einzelwert. Der Normtext selbst ist nicht frei zugänglich, deshalb stehen hier je zwei übereinstimmende Herstellerquellen.

Brustprotektoren regelt EN 1621-3:2018: Level 1 erfüllt die Anforderungen an die Kraftübertragung, Level 2 zusätzlich die an die Kraftverteilung. Airbags regelt EN 1621-4:2013, aber nur mechanisch per Reißleine ausgelöste; elektronisch ausgelöste Systeme deckt diese Ausgabe nicht ab, auch der Entwurf von 2025-08 bleibt dabei.

EN 1621 – Protektoren und Airbag · geprüft am 11.10.2026

NormKörperbereichLevel 1Level 2Quelle
EN 1621-1:2012Gelenke: Schulter, Ellbogen, Hüfte, Kniemittlere Restkraft < 35 kN, kein Einzelwert > 50 kNmittlere Restkraft ≤ 20 kNsatra.com
EN 1621-2:2014Rücken: Ganzrücken (FB), Mittelrücken (CB), Lendenwirbelmittlere Kraft < 18 kN, kein Einzelwert > 24 kNmittlere Kraft ≤ 9 kN, kein Einzelwert > 12 kNsatra.com
EN 1621-3:2018Brust: geteilter oder ganzer Protektornur Anforderungen an die KraftübertragungKraftübertragung und Kraftverteilung (steifere Protektoren)satra.com
EN 1621-4:2013Airbag (mechanisch ausgelöst)k. A.k. A.dinmedia.de

Level-1-Werte EN 1621-1 und -2 nach der notifizierten Prüfstelle SATRA. Level-2-Werte nach übereinstimmenden Herstellerunterlagen mit Normzitat: EN 1621-1 Dainese und POC (Prüftabelle Ricotest, notifizierte Stelle 0498); EN 1621-2 O’Neal (Ricotest) und Dainese. Kraft-Grenzwerte in kN für EN 1621-3 und EN 1621-4 sind nicht frei zugänglich belegt (null). Der Einzelwert für Level 2 nach EN 1621-1 (30 kN laut POC) ist nur aus einer Quelle belegt und daher nicht aufgenommen.

  • EN 1621-1:2012 (DIN 2013-03) — EN 1621-1:2012 regelt Gelenkprotektoren für Motorradfahrer (deutsche Ausgabe DIN EN 1621-1:2013-03, ersetzt die Ausgabe 1998); seitdem sind eine Aufprallprüfung nach Feuchtigkeit Pflicht und Prüfungen bei hoher und niedriger Temperatur optional. dinmedia.de
  • Level 1: Mittel < 35 kN, Einzelwert ≤ 50 kN — Gelenkprotektoren nach EN 1621-1 bestehen die Prüfung, wenn die mittlere übertragene Restkraft unter 35 kN liegt und kein Einzelwert 50 kN überschreitet (Level 1, Angabe der Prüfstelle SATRA). satra.com
  • Level 2: Mittel ≤ 20 kN (Herstellerangaben) — Für Level 2 nach EN 1621-1 nennen Herstellerunterlagen eine mittlere Restkraft von höchstens 20 kN (Dainese; ebenso POC mit Prüftabelle der notifizierten Stelle Ricotest). dainese.com
  • EN 1621-2:2014 (DIN 2014-05) — EN 1621-2:2014 regelt Rückenprotektoren (deutsche Ausgabe DIN EN 1621-2:2014-05, ersetzt 2003); neu sind eine zweite Leistungsstufe, die Form „Mittelrücken“, Anforderungen an die Unschädlichkeit und eine verpflichtende Nassprüfung. dinmedia.de
  • Ganzrücken (FB), Mittelrücken (CB), Lendenwirbel — EN 1621-2 kennt drei Formen von Rückenprotektoren: Ganzrücken, Mittelrücken und Lendenwirbel; auf dem Etikett stehen dafür Kürzel wie FB (Ganzrücken) und CB (Mittelrücken) (Herstellerangaben O’Neal und Dainese). normy.normoff.gov.sk
  • Level 1: Mittel < 18 kN, Einzelwert ≤ 24 kN — Rückenprotektoren nach EN 1621-2 bestehen die Prüfung (Level 1), wenn die mittlere übertragene Kraft unter 18 kN liegt und kein Einzelwert 24 kN überschreitet (Angabe der Prüfstelle SATRA). satra.com
  • Level 2: Mittel ≤ 9 kN, Einzelwert ≤ 12 kN (Herstellerangaben) — Für Level 2 nach EN 1621-2 nennen Herstellerunterlagen eine mittlere Kraft von höchstens 9 kN und Einzelwerte von höchstens 12 kN (O’Neal mit notifizierter Stelle Ricotest; ebenso Dainese). oneal-b2b.com
  • T+ (+40 °C) / T− (−10 °C) optional — Optional können Rückenprotektoren bei hoher (+40 °C) und niedriger Temperatur (−10 °C) geprüft werden; bestandene Prüfungen werden mit T+ bzw. T− gekennzeichnet (SATRA; Kennzeichnung laut Herstellerangabe O’Neal). satra.com
  • EN 1621-3:2018, Level 2 mit Kraftverteilung — EN 1621-3:2018 regelt Brustprotektoren (deutsche Ausgabe DIN EN 1621-3:2019-03) in den Ausführungen geteilt und ganz; Level 1 erfüllt nur die Anforderungen an die Kraftübertragung, Level 2 (steifere Protektoren) zusätzlich die an die Kraftverteilung. satra.com
  • nur Steinschlag: EN 14021 — Ist ein Brustschutz nur gegen hochgeschleuderte Steine im Gelände gedacht, gilt statt EN 1621-3 die Norm EN 14021. dinmedia.de
  • EN 1621-4:2013: mechanisch ausgelöste Airbags — EN 1621-4:2013 regelt Airbag-Protektoren (deutsche Ausgabe DIN EN 1621-4:2013-04); bewertet werden mechanisch, also per Reißleine ausgelöste Airbags, elektronisch ausgelöste Systeme sind in dieser Ausgabe nicht abgedeckt. dinmedia.de
  • Entwurf 2025-08 — Ein Entwurf DIN EN 1621-4:2025-08 liegt vor; er bleibt bei mechanisch aktivierten Airbags und misst die Aufblaszeit künftig über den Innendruck statt per Videoauswertung. dinmedia.de
  • EN 1621 nicht harmonisiert gelistet — Keine der vier Teilnormen EN 1621 ist in der Liste der harmonisierten Normen zur PSA-Verordnung enthalten (Durchführungsbeschluss (EU) 2023/941, konsolidiert am 08.10.2026). eur-lex.europa.eu
  • Überarbeitung EN 1621-2 seit 10.10.2024 — Seit dem 10. Oktober 2024 laufen beim DIN Überarbeitungen von EN 1621-2; Titel und Anwendungsbereich sollen auf weitere Körperteile erweitert werden. din.de

Handschuhe nach EN 13594: Level 2 verlangt einen Knöchel-Aufpralltest

EN 13594:2015 kennt zwei Leistungsstufen. Das Rückhaltesystem am Handgelenk muss bei Level 1 einer Abzugskraft von 25 N standhalten, bei Level 2 von 50 N; die Stulpe reicht bei Level 2 mindestens 50 mm über die Handgelenklinie (SATRA). Der Aufpralltest am Knöchel ist bei Level 1 freiwillig, bei Level 2 Pflicht. Laut Hersteller Fastway zeigt „KP“ im Piktogramm einen geprüften Knöchelschutz, und die Gesamtstufe richtet sich nach dem schwächsten Einzelergebnis.

EN 13594 – Motorradhandschuhe · geprüft am 11.10.2026

  • EN 13594:2015 (DIN 2016-01) — Maßgeblich ist EN 13594:2015 „Schutzhandschuhe für Motorradfahrer – Anforderungen und Prüfverfahren“; die aktuelle deutsche Ausgabe ist DIN EN 13594:2016-01. Die Norm gilt für Handschuhe im Straßenverkehr. dinmedia.de
  • ersetzt EN 13594:2002 — EN 13594:2015 ersetzt die Ausgabe von 2002; die Beschränkung auf Berufsfahrer entfiel, eine zweite Leistungsstufe wurde eingeführt und Begriffe zum Knöchelschutz kamen hinzu. normy.normoff.gov.sk
  • Rückzug alte Fassung bis August 2017 — Laut Vorwort war die Norm bis Februar 2016 national zu übernehmen; entgegenstehende nationale Normen waren bis August 2017 zurückzuziehen. normy.normoff.gov.sk
  • Level 1 und Level 2 — Die Norm kennt zwei Leistungsstufen: Level 1 für Handschuhe mit Schutz bei geringen ergonomischen Einbußen, Level 2 für erhöhten Schutz, der mit mehr Gewicht und Bewegungseinschränkung verbunden sein kann. dinmedia.de
  • Knöchel-Aufpralltest Pflicht bei Level 2 — Die Aufprallprüfung des Knöchelschutzes ist bei Level 1 freiwillig, bei Level 2 und bei allen Handschuhen, die Aufprallenergie im Knöchelbereich dämpfen sollen, Pflicht (Angabe der Prüfstelle SATRA; ebenso Intertek: für Level 2 verpflichtend). satra.com
  • 25 N (Level 1) / 50 N (Level 2) — Das Rückhaltesystem am Handgelenk muss bei Level 1 einer Abzugskraft von 25 N und bei Level 2 von 50 N standhalten (Angabe der Prüfstelle SATRA, gleichlautend im CE-Booklet des Herstellers Fastway). satra.com
  • Stulpe ≥ 50 mm bei Level 2 — Die Stulpe muss bei Level-2-Handschuhen mindestens 50 mm über die Handgelenklinie reichen (Angabe der Prüfstelle SATRA, gleichlautend bei Fastway). satra.com
  • „KP“ = Knöchelschutz geprüft — Herstellerangabe (Fastway, unter Bezug auf EN 13594:2015): Handschuhe mit geprüftem Knöchelschutz tragen im CE-Piktogramm die Bezeichnung „KP“; neben dem Motorrad-Symbol stehen die Leistungsstufe (1 oder 2) und die Norm. cdn6.louis.de
  • Gesamtstufe = schwächstes Einzelergebnis — Herstellerangabe (Fastway): Die Gesamtstufe eines Handschuhs richtet sich nach dem schlechtesten Ergebnis aller Pflichtprüfungen; einzelne Level-2-Ergebnisse reichen für Level 2 nicht aus. cdn6.louis.de
  • harmonisiert: EN 13594:2015 — EN 13594:2015 ist als harmonisierte Norm zur PSA-Verordnung im EU-Amtsblatt gelistet (Anhang I des Durchführungsbeschlusses (EU) 2023/941, Nr. 127). eur-lex.europa.eu

Stiefel nach EN 13634: Vier Ziffern statt einer Gesamtstufe

Seit der Ausgabe EN 13634:2017 gibt es keine Gesamtstufe mehr. Das Piktogramm zeigt laut Detlev Louis vier Ziffern, je 1 oder 2: Schafthöhe, Stoßabriebfestigkeit, Schnittfestigkeit und Quersteifigkeit. Freiwillig prüfbar sind unter anderem Knöchel- und Schienbeinaufprall, auf dem Etikett etwa als IPA und IPS, sowie Wasserdichtheit (WR).

EN 13634 – Motorradstiefel · geprüft am 11.10.2026

  • EN 13634:2017 (DIN 2018-03) — Maßgeblich ist EN 13634:2017 „Schutzschuhe für Motorradfahrer – Anforderungen und Prüfverfahren“; die aktuelle deutsche Ausgabe DIN EN 13634:2018-03 ersetzt DIN EN 13634:2016-03. Die Norm gilt für Stiefel beim Fahren auf der Straße und im Gelände. dinmedia.de
  • keine Gesamtstufe mehr, Höhe als Pflichtziffer — Mit der Ausgabe 2017 wurde die Gesamtleistungsstufe gestrichen; die Kennzeichnung enthält seitdem zusätzlich eine verpflichtende Kennziffer für die Höhe des Schuhoberteils. dinmedia.de
  • 4 Ziffern: Höhe, Abrieb, Schnitt, Quersteifigkeit — Herstellerangabe (Detlev Louis, unter Bezug auf EN 13634:2017): Das Piktogramm zeigt vier Ziffern, jeweils 1 oder 2 – für die Schafthöhe, die Stoßabriebfestigkeit, die Schnittfestigkeit beim Sturz und die Quersteifigkeit. cdn6.louis.de
  • Stufe 1 oder 2 je Eigenschaft — Für jede dieser Eigenschaften gibt es zwei Leistungsstufen; Stufe 2 bietet mehr Schutz, ist aber wahrscheinlich schwerer und weniger bequem. cdn6.louis.de
  • Höhe, Quersteifigkeit, Schnitt, Abrieb — Geprüft werden unter anderem die Höhe des Schafts, die Haftung zwischen Schaft und Sohle sowie die Quersteifigkeit; Schnitt- und Abriebfestigkeit des Schafts werden mit den Verfahren aus EN 13595 Teil 2 und 4 ermittelt (Angabe der Prüfstelle SATRA). satra.com
  • 5 optionale Zusatzprüfungen — Fünf Zusatzeigenschaften sind freiwillig prüfbar: Aufprallschutz für Schienbein und Knöchel, Wasserdichtheit, Kraftstoffbeständigkeit der Sohle, Rutschhemmung und Wasserdampfdurchlässigkeit des Schafts (SATRA); auf dem Etikett erscheinen sie z. B. als IPA (Knöchel), IPS (Schienbein), WR (Wasser) und FO (Kraftstoff) (Herstellerangabe Louis). satra.com
  • harmonisiert: EN 13634:2017 — EN 13634:2017 ist als harmonisierte Norm zur PSA-Verordnung im EU-Amtsblatt gelistet (Anhang I des Durchführungsbeschlusses (EU) 2023/941, Nr. 128). eur-lex.europa.eu

CE-Zeichen an der Motorradjacke: eine Herstellerbestätigung nach Baumusterprüfung

Motorradschutzkleidung ist persönliche Schutzausrüstung nach der Verordnung (EU) 2016/425, die seit dem 21.04.2018 gilt. Das CE-Zeichen ist laut Fastway die Bestätigung des Herstellers, dass das Produkt dieser Verordnung entspricht. Für Stiefel nennt Detlev Louis die Kategorie II; dort prüft eine notifizierte Stelle das Baumuster, danach folgt eine interne Fertigungskontrolle. Eine Kennnummer neben dem CE-Zeichen ist nur bei Kategorie III vorgeschrieben, ihr Fehlen ist bei Kategorie II also kein Mangel.

EN 17092-2 bis -6, EN 13594 und EN 13634 sind im EU-Amtsblatt als harmonisierte Normen gelistet. Erfüllt ein Produkt sie, wird vermutet, dass es die grundlegenden Anforderungen der Verordnung erfüllt, soweit die Norm sie abdeckt. EN 1621 steht nicht auf dieser Liste. Helme fallen nicht unter die Verordnung, für sie zählt die Genehmigung nach ECE 22.06.

Motorradschutzkleidung als PSA (Verordnung (EU) 2016/425) · geprüft am 11.10.2026

  • gilt seit 21.04.2018 — Die EU-Verordnung über persönliche Schutzausrüstungen (PSA) gilt seit dem 21. April 2018; sie regelt Entwurf und Herstellung von PSA, die auf dem Markt bereitgestellt werden. gilt seit 21.04.2018 · eur-lex.europa.eu
  • Übergang bis 21.04.2019 bzw. 21.04.2023 — Die Vorgängerrichtlinie 89/686/EWG wurde mit Wirkung ab dem 21. April 2018 aufgehoben; Produkte nach der alten Richtlinie durften noch bereitgestellt werden, wenn sie vor dem 21. April 2019 in Verkehr gebracht wurden, alte EG-Baumusterprüfbescheinigungen galten bis zum 21. April 2023. gilt seit 21.04.2018 · eur-lex.europa.eu
  • Helme nach UN R22: keine PSA im Sinne der VO — Motorradhelme und ihre Visiere, die unter die UN-Regelung Nr. 22 fallen, sind von der PSA-Verordnung ausgenommen; für sie gilt die ECE-Genehmigung, nicht die CE-Kennzeichnung nach PSA-Verordnung. eur-lex.europa.eu
  • CE vor dem Inverkehrbringen, sichtbar und dauerhaft — Die CE-Kennzeichnung muss vor dem Inverkehrbringen gut sichtbar, leserlich und dauerhaft auf der PSA angebracht werden; geht das nicht, kommt sie auf Verpackung und Begleitunterlagen. eur-lex.europa.eu
  • Kennnummer nur bei Kategorie III — Nur bei PSA der Kategorie III folgt auf das CE-Zeichen die Kennnummer der notifizierten Stelle. eur-lex.europa.eu
  • Kategorie II: Baumusterprüfung + Fertigungskontrolle — PSA der Kategorie II (alle Risiken, die nicht unter Kategorie I oder III fallen) durchlaufen eine EU-Baumusterprüfung durch eine notifizierte Stelle (Modul B) und anschließend eine interne Fertigungskontrolle (Modul C). eur-lex.europa.eu
  • Stiefel: Kategorie II (Herstellerangabe) — Herstellerangabe (Detlev Louis): Motorradstiefel nach EN 13634 werden als PSA der Kategorie II (Schutz gegen mittlere Risiken) eingestuft. cdn6.louis.de
  • CE = Herstellerbestätigung der Konformität — Herstellerangabe (Fastway): Das CE-Zeichen auf Motorradhandschuhen ist die Bestätigung des Herstellers, dass das Produkt der Verordnung (EU) 2016/425 entspricht. cdn6.louis.de
  • Konformitätsvermutung durch harmonisierte Normen — Erfüllt PSA eine harmonisierte Norm, deren Fundstelle im EU-Amtsblatt veröffentlicht ist, wird vermutet, dass sie die grundlegenden Anforderungen der Verordnung erfüllt, soweit die Norm sie abdeckt. eur-lex.europa.eu

Eine Pflicht zu Schutzkleidung gibt es nicht, nur zum Helm

§ 21a StVO schreibt einen geeigneten Schutzhelm vor, nicht Jacke, Hose, Handschuhe, Stiefel, Protektoren oder Airbag; das Wort „Schutzkleidung“ kommt in der StVO nicht vor. Der Bußgeldkatalog kennt nur Tatbestände zum fehlenden Helm. Die PSA-Verordnung regelt Entwurf, Herstellung und Verkauf, nicht das Tragen. Eine Aussage darüber, was sinnvoll ist, folgt aus dem fehlenden Gesetz nicht.

Pflicht zu Schutzkleidung außer Helm? · geprüft am 11.10.2026

  • nur Helmpflicht — Die StVO schreibt für Motorradfahrer nur einen geeigneten Schutzhelm vor; eine Pflicht zu Jacke, Hose, Handschuhen, Stiefeln, Protektoren oder Airbag enthält § 21a StVO nicht. gesetze-im-internet.de
  • keine Schutzkleidungspflicht in der StVO — Der Begriff „Schutzkleidung“ kommt im Text der Straßenverkehrs-Ordnung nicht vor (Volltextprüfung am 11.10.2026). gesetze-im-internet.de
  • kein Bußgeld für fehlende Schutzkleidung — Der Bußgeldkatalog enthält zur Schutzausrüstung von Motorradfahrern nur Tatbestände zum fehlenden Schutzhelm (lfd. Nr. 99 und 101), keinen zu Schutzkleidung. gesetze-im-internet.de
  • PSA-VO: Herstellerpflichten, keine Tragepflicht — Die PSA-Verordnung regelt Anforderungen an Entwurf, Herstellung und Bereitstellung von Schutzausrüstung auf dem Markt, nicht deren Tragen im Straßenverkehr. eur-lex.europa.eu

Die Fallstricke

  • CE ohne Klasse. Das Zeichen allein sagt nicht, welche Klasse oder welches Level geprüft wurde; das steht in der Herstellerinformation.
  • Klasse B ohne Protektoren. Die Norm sieht für B keine Aufprallprotektoren vor und empfiehlt zusätzlich welche nach EN 1621-1.
  • Level am Protektor, nicht an der Jacke. Level 1 oder 2 gilt für den einzelnen Protektor nach EN 1621.

Was praktisch hilft

  1. Klasse in der Herstellerinformation suchen, nicht im Händlertext.
  2. Protektoren einzeln prüfen: Norm (EN 1621-1, -2 oder -3) und Level je Protektor beim Hersteller nachsehen.
  3. Bei Handschuhen auf „KP“ und Level achten, bei Stiefeln auf die vier Ziffern.
  4. Helm gesondert prüfen: E-Zeichen und Serie 06 statt CE.

Was ich noch nicht weiß

  • Die Prüfwerte je Klasse nach EN 17092. Abriebzeiten und Nahtfestigkeiten stehen im Normtext, der nicht frei zugänglich ist; erst damit ließe sich der Abstand zwischen AA und A in Zahlen fassen.
  • Die Grenzwerte für Brustprotektoren und Airbags. Für EN 1621-3 und -4 fehlen frei belegte kN-Werte.
  • Warum EN 1621 nicht harmonisiert gelistet ist. Die Antwort stünde in den Unterlagen der EU-Kommission und würde erklären, worauf sich die CE-Kennzeichnung von Protektoren stützt.
  • Was Fahrschule und Prüfung an Kleidung verlangen. Das steht in den Prüfungsvorschriften für den Führerschein, die ich dafür noch nicht ausgewertet habe.

Häufige Fragen

Welche Schutzklasse sollte eine Motorradjacke haben?

Eine Pflicht zu einer bestimmten Klasse gibt es nicht; § 21a StVO verlangt nur einen Helm. Was die Klassen unterscheidet, legt EN 17092 fest: AAA, AA und A stellen Anforderungen an Abrieb und Aufprall, AAA die höchsten, A die geringsten, und die Norm nennt A das notwendige Mindestmaß. Bei AAA und AA sind laut der Prüfstelle SATRA Protektoren an Schulter, Ellbogen, Knie und Hüfte Pflicht, bei A ist die Hüfte optional. Klasse B hat die Abriebanforderungen von A ohne Protektoren, C hält nur Protektoren. Laut SATRA bringt AAA mögliche Nachteile bei Ergonomie, Gewicht und Wärme mit sich. Welche Klasse zur eigenen Fahrweise passt, beantwortet die Norm nicht.

Was bedeutet AAA, AA und A bei Motorradbekleidung?

Die Buchstaben sind die Klassen der Norm EN 17092 für Motorradjacken, -hosen und Kombis, deutsche Ausgabe vom Mai 2020. AAA (Teil 2) stellt die höchsten Anforderungen an Abrieb und Aufprall, AA (Teil 3) mittlere, A (Teil 4) das notwendige Mindestmaß. In allen drei Klassen gehören Aufprallprotektoren an Schulter, Ellbogen und Knie zum geprüften Kleidungsstück, bei AAA und AA zusätzlich an der Hüfte, so die Prüfstelle SATRA. Daneben gibt es B (Teil 5) ohne Protektoren und C (Teil 6) als reinen Protektorenträger. Die Klassen ersetzen die alte Norm EN 13595 von 2002, die keine Einteilung kannte.

Was ist der Unterschied zwischen Protektoren Level 1 und Level 2?

Gemessen wird nach EN 1621, wie viel Kraft bei einem Aufprall durch den Protektor hindurchgeht. Für Gelenkprotektoren nennt die Prüfstelle SATRA als Level 1 eine mittlere Restkraft unter 35 kN, kein Einzelwert über 50 kN; für Level 2 nennen die Hersteller Dainese und POC höchstens 20 kN im Mittel. Bei Rückenprotektoren sind es für Level 1 unter 18 kN im Mittel und höchstens 24 kN im Einzelwert, für Level 2 laut O’Neal und Dainese höchstens 9 und 12 kN. Die Level-2-Werte stammen aus Herstellerunterlagen, weil der Normtext nicht frei zugänglich ist. Level 2 bedeutet also einen niedrigeren Grenzwert in der Prüfung, keine Garantie für einen bestimmten Sturz.

Was bedeutet CE bei einer Motorradjacke?

Das CE-Zeichen ist laut Hersteller Fastway die Bestätigung des Herstellers, dass das Produkt der Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstungen entspricht. Bei Kategorie II, zu der laut Detlev Louis Motorradstiefel zählen, prüft eine notifizierte Stelle vorher das Baumuster. Eine Kennnummer neben dem CE-Zeichen ist nur bei Kategorie III vorgeschrieben. Welche Klasse die Jacke erreicht, sagt das CE-Zeichen allein nicht; das steht in der Herstellerinformation zur Norm EN 17092. Für Helme gilt CE nicht, dort zählt die ECE-Genehmigung.

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Ich betreibe zweitaktgeber.de und sammle hier, was Führerscheinrecht, Normen und Hersteller zum Motorradfahren wirklich sagen – jede Zahl mit Quelle und Prüfdatum. Den Motorradführerschein mache ich 2027; bis dahin stammen alle Angaben aus Gesetzestexten, Normen und Herstellerdaten, nicht aus eigener Erfahrung.