Im Helm ist ein kleines Etikett eingenäht: ein E im Kreis, eine lange Nummer, ein Kürzel wie P/J. Wer einen gebrauchten Helm übernimmt oder im Laden zwei ähnliche Modelle vergleicht, findet dort, nach welcher Fassung der Norm er genehmigt wurde. Die ersten zwei Ziffern der Nummer verraten es.
Die Kernzahl: Seit dem 03.07.2023 kommen keine 22.05-Prüfzeichen mehr auf neue Helme
Die Änderungsserie 06 der UN-Regelung Nr. 22 ist laut Depositarnotifikation der Vereinten Nationen seit dem 03.01.2021 verbindlich. Die Übergangsfristen rechnen ab diesem Tag:
- 18 Monate danach, rechnerisch ab dem 03.07.2022, gibt es neue Genehmigungen nur noch nach 22.06.
- 30 Monate danach, rechnerisch ab dem 03.07.2023, müssen die Vertragsstaaten das Anbringen von Prüfzeichen nach älteren Serien wie 22.05 verbieten.
- 36 Monate danach, rechnerisch ab dem 03.01.2024, dürfen sie den Verkauf von Helmen verbieten, die nicht 22.06 entsprechen. Die Regelung erlaubt dieses Verkaufsverbot, sie schreibt es nicht vor.
Der jüngste Nachtrag (Nachtrag 3 zur Serie 06) ist seit dem 10.01.2025 verbindlich. Alle Regeln mit Quelle und Prüfdatum:
Helmnorm ECE 22.06 (UN-Regelung Nr. 22, Änderungsserie 06) · geprüft am 11.10.2026
- verbindlich seit 03.01.2021 — Die Änderungsserie 06 der UN-Regelung Nr. 22 für Motorradhelme und Visiere ist für alle Vertragsparteien, die die Regelung anwenden, seit dem 3. Januar 2021 verbindlich. gilt seit 03.01.2021 · treaties.un.org
- Genehmigung nach 22.06 möglich ab 03.01.2021 — Seit dem Inkrafttreten darf keine Vertragspartei eine Genehmigung nach der Änderungsserie 06 verweigern. gilt seit 03.01.2021 · documents.un.org
- neue Genehmigungen nur noch 22.06 (ab 03.07.2022) — 18 Monate nach dem Inkrafttreten, rechnerisch ab dem 3. Juli 2022, dürfen neue Genehmigungen und Erweiterungen nur noch für Helme und Visiere erteilt werden, die die Änderungsserie 06 erfüllen. gilt seit 03.07.2022 · documents.un.org
- keine neuen 22.05-Prüfzeichen ab 03.07.2023 — 30 Monate nach dem Inkrafttreten, rechnerisch ab dem 3. Juli 2023, müssen die Vertragsparteien das Anbringen von Genehmigungszeichen verbieten, die auf Genehmigungen nach früheren Änderungsserien (z. B. 22.05) verweisen. gilt seit 03.07.2023 · documents.un.org
- Verkaufsverbot für 22.05 möglich, nicht zwingend (ab 03.01.2024) — 36 Monate nach dem Inkrafttreten, rechnerisch ab dem 3. Januar 2024, dürfen die Vertragsparteien den Verkauf von Helmen und Visieren verbieten, die nicht der Änderungsserie 06 entsprechen. Die Regelung erlaubt ein solches Verkaufsverbot, schreibt es aber nicht vor. gilt seit 03.01.2024 · documents.un.org
- Rotation, Aufprallpunkte, Hoch-/Niedrigenergie, Visier, Produktion — Als Hauptziele der Änderungsserie 06 nannte die zuständige UN-Arbeitsgruppe GRSP Anforderungen an die Rotationsbeschleunigung, die Einbeziehung der Standard-Aufprallpunkte, Aufprallprüfungen mit hoher und niedriger Energie, mechanische Visierprüfungen und ein neues Verfahren für die Produktionsqualifikation. documents.un.org
- Rotation ≤ 10.400 rad/s², BrIC ≤ 0,78 — Neu ist eine Schrägaufprallprüfung zur Messung der Rotationsbeschleunigung: Die maximale Rotationsbeschleunigung darf 10.400 rad/s² nicht überschreiten, der Hirnverletzungswert BrIC darf nie über 0,78 liegen. documents.un.org
- mind. 3 Zusatzpunkte aus 12 — Zusätzlich zu den Standard-Aufprallpunkten werden mindestens drei weitere Aufprallprüfungen an Punkten durchgeführt, die aus 12 festgelegten Punkten ausgewählt werden. documents.un.org
- 275 g / HIC 2.400 (Standard, 7,5 m/s) — Beim linearen Standardaufprall mit 7,5 m/s darf die Kopfbeschleunigung 275 g und der HIC-Wert 2.400 nicht überschreiten; beim Hochenergieaufprall mit 8,2 m/s gelten 275 g und HIC 2.880, beim Niedrigenergieaufprall mit 6,0 m/s 180 g und HIC 1.300. documents.un.org
- Partikeltest 6-mm-Stahlkugel, 60 m/s — Visiere werden mit einer Stahlkugel von 6 mm Durchmesser beschossen, die mit 60 m/s auftrifft; danach darf das Visier weder brechen noch sich durchdrücken, und die Visierhalterung darf nicht versagen. documents.un.org
- Visier ≥ 80 %, getönt nur „DAYTIME USE ONLY“ — Klare Visiere müssen mindestens 80 Prozent Licht durchlassen; getönte Visiere mit 35 bis unter 80 Prozent (photochrome und Flüssigkristall-Visiere ab 20 Prozent) sind nur mit dem Symbol bzw. dem Hinweis „DAYTIME USE ONLY“ zulässig. documents.un.org
- E-Zeichen, Nummer mit „06…“, Bauart, Seriennummer — Das Helmetikett trägt ein „E“ im Kreis mit der Kennzahl des Genehmigungslandes, die Genehmigungsnummer (deren erste zwei Ziffern die Änderungsserie angeben, derzeit 06), ein Kürzel für die Bauart sowie nach einem Bindestrich die fortlaufende Produktionsseriennummer; ein Barcode oder QR-Code ist zusätzlich erlaubt. documents.un.org
- J, P, P/J, NP — Das Bauart-Kürzel bedeutet: „J“ = Helm ohne Kinnteil, „P“ = Helm mit schützendem Kinnteil, „P/J“ = Helm mit abnehmbarem oder beweglichem schützendem Kinnteil (beide Schutzcodes), „NP“ = abnehmbares oder bewegliches, nicht schützendes Kinnteil. documents.un.org
- letzter Nachtrag verbindlich seit 10.01.2025 — Die jüngste Änderung der UN-Regelung Nr. 22 (Dokument ECE/TRANS/WP.29/2024/42, Nachtrag 3 zur Änderungsserie 06) ist seit dem 10. Januar 2025 verbindlich. gilt seit 10.01.2025 · treaties.un.org
Neu in der 06-Serie: Schrägaufprall, Zusatzpunkte und ein Beschuss des Visiers
Als Hauptziele nannte die UN-Arbeitsgruppe GRSP die Rotationsbeschleunigung, Aufprallprüfungen mit hoher und niedriger Energie, Visierprüfungen und ein neues Verfahren für die Produktionsqualifikation. Der Text der Serie 06 nennt dazu:
- Schrägaufprall: Die Rotationsbeschleunigung darf 10.400 rad/s² nicht überschreiten, der Hirnverletzungswert BrIC nie über 0,78 liegen.
- Zusätzliche Aufprallpunkte: Neben den Standardpunkten werden mindestens drei weitere aus 12 festgelegten Punkten geprüft.
- Drei Aufprallgeschwindigkeiten: Bei 7,5 m/s gelten höchstens 275 g und HIC 2.400, bei 8,2 m/s 275 g und HIC 2.880, bei 6,0 m/s 180 g und HIC 1.300.
- Visier: Eine Stahlkugel mit 6 mm Durchmesser trifft mit 60 m/s; das Visier darf weder brechen noch sich durchdrücken. Klare Visiere müssen mindestens 80 Prozent Licht durchlassen, getönte tragen den Hinweis „DAYTIME USE ONLY“.
Die Grenzwerte legen fest, was ein Helm im Labor bestehen muss. Wie er sich bei einem bestimmten Sturz verhält, lässt sich daraus nicht ablesen, und eine Rangfolge der Helme ergibt sich aus der Genehmigung nicht.
ECE 22.05 noch erlaubt: Die StVO verlangt einen geeigneten Helm, keine Norm
Nach § 21a StVO muss einen geeigneten Schutzhelm tragen, wer ein Kraftrad mit bauartbedingt über 20 km/h führt, und ebenso, wer darauf mitfährt. Eine Prüfnorm nennt das Gesetz nicht, eine ECE-Genehmigung schreibt es nicht ausdrücklich vor, und ein Verbot, 22.05-Helme zu tragen, enthält es nicht. Ohne Helm kostet es laut Bußgeldkatalog 15 € Verwarnungsgeld.
Die Fristen der UN-Regelung betreffen Genehmigung, Prüfzeichen und Verkauf, nicht das Tragen. Eine deutsche Vorschrift, die den Verkauf von 22.05-Helmen untersagt, habe ich nicht gefunden.
Helmpflicht in Deutschland · geprüft am 11.10.2026
- Helmpflicht ab bauartbedingt über 20 km/h — Wer ein Kraftrad oder ein offenes drei- oder mehrrädriges Kraftfahrzeug mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h führt, muss während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen. gesetze-im-internet.de
- gilt auch für Mitfahrer — Die Helmpflicht gilt nicht nur für den Fahrer, sondern ebenso für alle, die auf oder in einem solchen Fahrzeug mitfahren. gesetze-im-internet.de
- keine Helmpflicht bei angelegtem vorgeschriebenem Gurt — Einzige Ausnahme im Gesetzestext: Die Helmpflicht entfällt, wenn vorgeschriebene Sicherheitsgurte angelegt sind. gesetze-im-internet.de
- keine Norm im Gesetzestext — Die StVO verlangt einen „geeigneten Schutzhelm“, nennt aber keine Prüfnorm; eine ECE-Genehmigung (etwa nach UN-Regelung Nr. 22) schreibt § 21a StVO nicht ausdrücklich vor. gesetze-im-internet.de
- VwV-StVO zu § 21a: aufgehoben — Die Verwaltungsvorschrift zur StVO enthält zu § 21a keine Erläuterung mehr; der Abschnitt ist als aufgehoben gekennzeichnet. verwaltungsvorschriften-im-internet.de
- Ausnahmegenehmigung nach § 46 Abs. 1 Nr. 5b StVO — Die Straßenverkehrsbehörden können in bestimmten Einzelfällen oder allgemein für bestimmte Antragsteller Ausnahmen von der Pflicht zum Tragen von Schutzhelmen genehmigen. gesetze-im-internet.de
- 15 € — Wer während der Fahrt keinen geeigneten Schutzhelm trägt, muss laut Bußgeldkatalog mit einem Regelsatz von 15 Euro rechnen (lfd. Nr. 101). gesetze-im-internet.de
- Verwarnungsgeld (Regelsatz bis 55 €) — Bei Regelsätzen bis 55 Euro ist nach der Bußgeldkatalog-Verordnung ein entsprechendes Verwarnungsgeld zu erheben; die 15 Euro für den fehlenden Helm sind also ein Verwarnungsgeld. gesetze-im-internet.de
- 60 € (ein Kind) / 70 € (mehrere Kinder) — Wer beim Führen eines Kraftrads ein Kind befördert, das keinen Schutzhelm trägt, zahlt laut Bußgeldkatalog 60 Euro, bei mehreren Kindern 70 Euro (lfd. Nr. 99.1 und 99.2). gesetze-im-internet.de
Helm-Etikett lesen: E-Zeichen, 06 vorn in der Nummer, Kürzel für die Bauart
Laut Serie 06 trägt das Etikett ein „E“ im Kreis mit der Kennzahl des Landes, das genehmigt hat, dann die Genehmigungsnummer: Ihre ersten zwei Ziffern geben die Änderungsserie an, bei aktuellen Helmen also 06. Es folgen ein Kürzel für die Bauart und nach einem Bindestrich die fortlaufende Produktionsseriennummer. Ein Barcode oder QR-Code ist zusätzlich erlaubt.
| Kürzel | Bedeutung laut UN-Regelung Nr. 22 | passende Bauform im Vergleich |
|---|---|---|
| J | Helm ohne Kinnteil | 12 Jethelme |
| P | Helm mit schützendem Kinnteil | 12 Integralhelme |
| P/J | abnehmbares oder bewegliches schützendes Kinnteil, beide Kürzel | 11 von 11 Klapphelmen laut Hersteller |
| NP | abnehmbares oder bewegliches Kinnteil, nicht schützend | – |
Für Integral- und Jethelme habe ich das Kürzel in den Datensätzen nicht erfasst; maßgeblich ist das Etikett im Helm. Dass die Genehmigung zählt und nicht die Optik, zeigt Schuberth: Den J2 nennt der Hersteller „als Jethelm homologiert“, obwohl ein abnehmbares Kinnteil dazugehört.
Warum auf dem Helm kein CE-Zeichen nach PSA-Verordnung stehen muss
Motorradjacken, Handschuhe und Stiefel fallen unter die EU-Verordnung über persönliche Schutzausrüstungen (EU) 2016/425, die seit dem 21.04.2018 gilt. Motorradhelme und ihre Visiere, die unter die UN-Regelung Nr. 22 fallen, nimmt die Verordnung ausdrücklich aus: Für sie gilt die ECE-Genehmigung, nicht die CE-Kennzeichnung. Was CE an der Kleidung bedeutet, steht bei den Schutzklassen für Motorradbekleidung.
Fünf Schreibweisen für dieselbe Norm
Ausgewertet habe ich die Herstellerseiten von 35 Helmen aus den drei Helmvergleichen. Alle nennen die Serie 06, aber jeder schreibt sie anders:
- „ECE 22.06“ bei LS2, Caberg, HJC, Bell und AGV; AGV trägt sie als „E2206“ zusätzlich im Artikelnamen.
- „ECE-R 22.06“ bei Schuberth.
- „UNECE R 22-06“ bei Nolan und Shark.
- „ECE 2206“ bei Airoh.
- „ECE/ONU 22.06“ auf den italienischen Caberg-Seiten der Jethelme.
Steht nur „ECE R22“ ohne Serie da, bleibt die Fassung offen. So beim Shoei NXR2, bei dem 22.06 nur im Händlertext stand; er fehlt deshalb im Integralhelm-Vergleich.
Die Fallstricke
- „ECE“ ohne Ziffern. Es zählt die Serie: 05 vorn in der Genehmigungsnummer heißt 22.05.
- Klapphelm ohne J. Nur mit P/J ist der Helm auch mit offenem Kinnteil genehmigt.
- Getöntes Visier. Ohne „DAYTIME USE ONLY“ muss ein Visier mindestens 80 Prozent Licht durchlassen.
Was praktisch hilft
- Etikett im Helm lesen, nicht den Karton. 06 als erste Ziffern heißt Serie 06.
- Bauart abgleichen. J, P oder P/J muss zu der Art passen, wie man den Helm fahren will.
- Herstellerseite vor Händlertext. Steht dort nur „ECE R22“, beim Hersteller nachfragen. Die Passform klärt die Seite zur Helmgröße.
Was ich noch nicht weiß
- Welche Kennzahl für welches Land steht. Die Liste steht nicht im Text der Serie 06, sondern in einer Resolution der UNECE, deren Website Skriptabrufe gesperrt hat. Ohne sie lässt sich das Genehmigungsland auf dem Etikett nicht zuordnen.
- Wie viele Aufprallpunkte 22.05 hatte. Der 22.05-Text ist frei nur in Auszügen zugänglich; ohne ihn fehlt der direkte Vergleich.
- Ob Deutschland den Verkauf von 22.05-Helmen untersagt hat. Gefunden habe ich keine Vorschrift; sie stünde im Bundesrecht und würde die Frage nach Restposten klären.
Häufige Fragen
Ist ECE 22.05 noch erlaubt?
Tragen ja, soweit es das Gesetz betrifft: § 21a StVO verlangt einen „geeigneten Schutzhelm“, nennt aber keine Prüfnorm und verbietet 22.05-Helme nicht. Die Fristen der UN-Regelung Nr. 22 betreffen Hersteller und Handel. Seit dem 03.07.2023 dürfen keine 22.05-Prüfzeichen mehr angebracht werden, neue Genehmigungen gibt es seit dem 03.07.2022 nur nach 22.06. Ab dem 03.01.2024 erlaubt die Regelung den Staaten, den Verkauf von 22.05-Helmen zu verbieten, schreibt das aber nicht vor; eine deutsche Vorschrift dazu habe ich nicht gefunden. Genehmigt wurde ein 22.05-Helm ohne die Prüfungen, die mit 22.06 neu hinzukamen, etwa den Schrägaufprall.
Woran erkenne ich, ob mein Helm ECE 22.06 hat?
Am Etikett im Helm. Dort steht ein E im Kreis mit der Kennzahl des Genehmigungslandes, danach die Genehmigungsnummer. Deren erste zwei Ziffern geben laut UN-Regelung Nr. 22 die Änderungsserie an: 06 bedeutet 22.06, 05 bedeutet 22.05. Es folgen das Kürzel für die Bauart (J, P, P/J oder NP) und nach einem Bindestrich die Produktionsseriennummer. Auf Herstellerseiten steht die Norm in verschiedenen Schreibweisen, etwa „ECE 22.06“, „ECE-R 22.06“, „UNECE R 22-06“ oder „ECE 2206“. Steht nur „ECE R22“ ohne Serie da, sagt das nicht, welche Fassung gilt.
Was ist der Unterschied zwischen ECE 22.05 und 22.06?
Die Serie 06 hat mehrere Prüfungen neu aufgenommen. Beim Schrägaufprall wird die Rotationsbeschleunigung gemessen; sie darf 10.400 rad/s² nicht überschreiten, der Hirnverletzungswert BrIC nie über 0,78 liegen. Zusätzlich zu den Standardpunkten werden mindestens drei weitere Aufprallpunkte aus 12 festgelegten geprüft. Aufprallprüfungen laufen bei 7,5, 8,2 und 6,0 m/s, also auch mit hoher und niedriger Energie. Das Visier wird mit einer 6-mm-Stahlkugel bei 60 m/s beschossen. Verbindlich ist die Serie 06 seit dem 03.01.2021, seit dem 03.07.2023 gibt es keine neuen 22.05-Prüfzeichen mehr.
Was bedeuten J, P und NP auf dem Helmetikett?
Die Kürzel geben die Bauart an, für die der Helm genehmigt ist. J steht laut UN-Regelung Nr. 22 für einen Helm ohne Kinnteil, also einen Jethelm. P steht für einen Helm mit schützendem Kinnteil, typisch beim Integralhelm. P/J tragen Helme mit abnehmbarem oder beweglichem schützendem Kinnteil, etwa alle 11 Klapphelme im Vergleich laut Hersteller. NP bedeutet ein abnehmbares oder bewegliches Kinnteil, das nicht als schützend genehmigt ist. Entscheidend ist das Kürzel auf dem Etikett, nicht die Form: Schuberth nennt den J2 trotz abnehmbaren Kinnteils „als Jethelm homologiert“.
Muss ein Motorradhelm ein CE-Zeichen haben?
Nein. Die EU-Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstungen nimmt Motorradhelme und Visiere, die unter die UN-Regelung Nr. 22 fallen, ausdrücklich aus. Für sie gilt die ECE-Genehmigung mit dem E-Zeichen auf dem Etikett, nicht die CE-Kennzeichnung. Motorradjacken, -hosen, Handschuhe und Stiefel dagegen sind persönliche Schutzausrüstung und tragen das CE-Zeichen, mit dem der Hersteller die Übereinstimmung mit der Verordnung bestätigt. Am Helm bleibt die Genehmigungsnummer mit der Serie 06 vorn maßgeblich, ein CE-Zeichen ersetzt das E-Zeichen nicht. Die StVO selbst nennt keine Norm.
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